Das Cochlea Implantat - Eine Hörhilfe, die Fragen aufwirft - wir versuchen, sie gemeinsam zu beantworten. Kommen Sie zu uns.
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Erfahre die Kraft des Atems dabei und finde zu mehr Freude
Workshop der CI- SHG Hagen

„Und jetzt drehen wir uns um 90° zum Fenster, atmen langsam ein und aus und konzentrieren uns ganz auf unsere Gefühle und Empfindungen“. Das war emotionaler Höhepunkt und zugleich Ende eines Workshops am 16.April 2016 mit der Atemtherapeutin Regina Klein-Hitpass im St.Josephs-Hospital Hagen. Ein Dutzend „Hörschnecken“ der SHG Hagen mit Marion Hölterhoff erlebte abwechslungsreiche und informative Stunden mit den Schwerpunktthemen „Kommunikation“ und „Atemtechnik“.

Guten Tag zusammen.

Auch wenn man es durch die Überschrift annehmen könnte, ich bin kein Taubenzüchter.

Meine Taube ist mein schwerhöriger Schatz. Auf einer Seite mit Hörgerät ausgestattet und auf der anderen mit einem CI verdrahtet, lauscht sie hingebungsvoll meiner genuschelten Sprachausgabe. Aber auch mit Hightech versehen, fällt das Verstehen - aber auch das Hören schwer. Manchmal hege ich allerdings den Verdacht, dass sie mich sehr wohl verstanden hat, aber nichts hören will.

Mein Weg zum CI nach 48 Jahren einseitiger Taubheit
von Marion

Die ersten acht Jahre meines Lebens habe ich ganz normal gehört. Zwar war ich ein „Erkältungskind“, aber mit den Ohren hatte ich keine Probleme. Doch dann bekam ich Masern und gleich im Anschluss daran Mumps. Während der Masernerkrankung hatte ich fürchterliche Ohrenschmerzen und während des Mumps merkte ich, dass ich es nicht mehr hörte, wenn ich mich z.B. hinter dem rechten Ohr kratzte. Meine Eltern waren sehr besorgt, gingen gleich mit mir zum HNO – Arzt, der Taubheit rechts diagnostizierte. Um meine Eltern zu beruhigen, dass er nichts unversucht ließe, schickte er uns nach Münster in die Uniklinik. Dort „beruhigte“ der Arzt meine Mutter mit dem Satz:“Seien Sie doch froh, dass es nur ein Ohr betroffen hat. Mit einem Ohr kann man leben. Ihre Tochter wird aber nie ein Instrument lernen können“. Für meine Mutter war das alles ganz schrecklich, für mich erst etwas Besonderes und dann gehörte es einfach zu meinem Leben.

Das Hörenlernen - Der langsame Weg in die Welt des Hörens von Marion

Nachdem das CI nach drei Wochen wieder unter die Hörschwelle zurückgefahren worden war, begann der langsame Weg des Hörenlernens.

Über drei Monate war ich fast jeden Freitag zur Anpassung im CIC Hagen, danach noch zwei Monate jede zweite Woche. Erst dann wurden die Abstände größer. Frau Tekampe hat mir immer drei Programme aufgespielt: bei Programm 1 fing der Tinnitus gerade an, bei Programm 2 war er wesentlich lauter und Programm 3 war ein Übungsprogramm mit der Lautstärke, dass ich Sprache verstehen konnte, aber auch mit presslufthammerartigem Tinnitus. Ich habe 1-2 Tage Programm 1 angelassen, bis der Tinnitus verschwand und dann den Rest der Woche Programm 2 getragen. Mein Mann war mein erster Logopäde. Wir haben abends eine halbe Stunde Wörterlisten mit drei- bis fünfsilbigen Wörtern geübt. Eine halbe Stunde war der Tinnitus zu ertragen, aber er war so laut, dass ich dagegen anhören musste. Bei der nächsten Einstellung wurde Programm 2 zu Programm 1 und ein etwas lauteres Programm 2. So haben wir uns bis etwa Ende März hochgerangelt und dann war der Tinnitus weg und ich bei einer einigermaßen normalen Lautstärke angekommen. Es klang aber alles noch so, als würde ich die Sprache durch einen Duschvorhang hören: verwaschen, dumpf und gleichzeitig schrill. Aber ich konnte jetzt mit dem richtigen Üben anfangen.

Protokoll CI Reha Bad Nauheim vom 02.01.2014 - 24.01.2014

1. Tag Anreise 02.01.2014  Abfahrt: 8:30 h Ankunft: 20:00 h Fahrtkilometer ca. 800

Die Ankunft nach nahezu 12 Stunden Fahrt mit oft Staus und dichtem Verkehr, das sehr schön gelegene Haus und auch die herzliche Begrüßung durch den anwesenden Arzt und Krankenschwester erweisen sich schon vom Anfang an als sehr erfolgversprechend. Zwar völlig ausgehungert, aber viel zu erschöpft um noch ins hauseigene Cafeteria zu gelangen brachte uns die fürsorgliche Abendschwester noch Tee und einige belegte Bröttchen ins Zimmer, nun einigermaßen gelabt noch rasch unter in die Dusche wir fielen auch sofort ins Bett. 

Das sehr schöne und helle Zimmer war mit modernen PC, Flachbildfernseher, FM Telefon, akustisch und optische Signalanlagen für Telefon, Tür und allfälliger Aufrufe ausgestattet und ließ keine Wünsche offen. Balkon mit herrlichem Weitblick über ganz Bad Nauheim, Bad und WC entsprachen unseren Erwartungen. Auch Dr. Piet... als mein Stationsarzt erweist sich als sehr netter Arzt, selber Träger zweier CIs, der Mann kennt also meine Bedürfnisse.

Die ersten drei Wochen mit dem CI – erste Höreindrücke nach 48 Jahren Taubheit von Marion

16.11.2012

Heute ist es endlich soweit. Genau 48 Jahre, nachdem ich rechts mein Gehör verloren habe, habe ich heute den Sprachprozessor angepasst bekommen.

Zuerst tat sich gar nichts, dann war da eher ein Ton links und dann habe ich ihn rechts gehört. Damit wurde aber nur die Lautstärke festgelegt, die ich erst einmal ertragen kann.

Am komischsten ist das Gefühl im Kopf: wattig, leicht schwindelig, kribbelig, kaum richtig zu beschreiben.

In der Klinik, bei Frau Tekampe, habe ich definitiv drei Geräusche auseinandergehalten: Kugelschreiberklicken, Schlagen auf den Tisch und das dritte weiß ich schon nicht mehr. Etwas enttäuscht war ich schon, dass ich bei einem späteren Versuch die Musikinstrumente nicht gehört habe.

Im Moment kommt alles noch mehr als Impulse an. Sprache pulsiert, auch Geräusche, im richtigen Rhythmus. Ich denke, das ist schon ganz schön viel.

Ich möchte Ihnen meine CI Geschichte erzählen, um Ihnen Mut zu machen, den CI Weg zu gehen……

Zunächst möchte ich mich Vorstellen!
Mein Name ist Susanne Joy. Ich bin 51 Jahre jung und wie mein Name schon verspricht „ein fröhlicher Mensch“. Meine große Leidenschaft ist das Motorradfahren, wobei meine Freunde sagen, ich brauche kein Motorrad, weil ich - bei der Geschwindigkeit, die ich mit selbigem an den Tag lege - sowieso von jedem Fußgänger überholt werde. Diese Eigenschaft brachte mir den Spitznamen Schnecke ein. Verheiratet bin ich mit dem besten Ehemann der Welt, der auf den Namen Siegmund hört. Übrigens Siegmund fährt auch Motorrad … nur schneller! Ich besuchte die Realschule und begann danach meine Ausbildung im elterlichen Motorrad, Bekleidung und Zubehör Betrieb. www.josef-joy.de. Meinen Abschluss zur Kauffrau konnte ich erfolgreich absolvieren.

Donnerstag, 3.3.05:

Fahrt zur Uniklinik Frankfurt. Dort habe ich erst mal vor der Audiologie gesessen und gewartet, da keiner auf das Klingeln reagiert hat (um zum Hörtest oder so zu gelangen, muss man Klingeln und warten, bis jemand kommt und einen mitnimmt). Nach – für mich kam es so vor – etlich langer Zeit ging dann die Tür auf und die erste Audiologin kam raus und fragte, wer denn als erstes dran sei. Ich meinte, ich hätte um 12 Uhr einen Termin zur Erstanpassung. Antwort war dann, dass Herr Weßel bereits warten würde (jaja, hättet ihr mal eher die Tür aufgemacht, hätte der Herr Weßel nicht so lange warten müssen).

Dann kam ich in den Raum zur Anpassung. Vorfreude, wie wird das sein? Dann das erste mal an den Computer gesteckt und ich sollte sagen, wann ich was höre und wann dieser Ton dann "angenehm laut" ist.  Dieses Spiel kannte ich von meinen ersten Hörgeräten – Phonak Claro – und da habe ich schon nie gewusst, was nun angenehm war oder nicht, denn für mich ist das Gesamtklangbild einfach ausschlaggebend, nicht einzelne Töne.
Nachdem das gemacht wurde, bekam ich die Aufgabe, zu sagen, wann ich einen Ton höre, also wann ich den das erste Mal wahrnehme. Auch dieses war eine Aufgabe, die ich geschafft habe. Dann wurde der CI-Sprachprozessor das erste Mal eingeschaltet. Alles klingelte, egal, ob es das Klopfen auf dem Tisch war oder Sprache. Ich hatte mich schon auf Pfeifen eingestellt, aber das war kein Pfeifen. Herr Weßel (von der Firma Advanced Bionics) erzählte mir, dass er merkt, dass ich schon mal gehört habe, denn von den Einstellungen her, würde das eher einer 2. oder 3. Anpassung entsprechen, nicht einer Erstanpassung.

Den kompletten Bericht als PDF - Datei können Sie hier herunterladen

Die CI- Selbsthilfegruppe Hagen

Die HörschneckenDas erste Treffen der CI- SHG Hagen_6

Wenn Sie

  • Informationen rund um das CI haben wollen ( das CI ist eine Innenohrprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder und Erwachsene),
  • CI – Träger sind,
  • überlegen, ob für Sie ein CI in Frage kommt, aber dazu 1000 Fragen haben,
  • Probleme mit dem Hören haben,
  • sich einfach mal mit Betroffenen austauschen wollen,
  • mit anderen Ihre Freude über das neue Hören teilen wollen,
  • erfahren wollen, dass auch andere die gleichen Sorgen und Probleme haben,
  • in lockerer Atmosphäre sich alle Sorgen und Fragen zum CI von der Seele reden wollen,
  • ihre Angehörigen Sie begleiten und unterstützen wollen,

dann sind Sie bei uns genau richtig.

Kontakt:

Leitung:               Marion Hölterhoff ,  Tel. 02374752186, marion_hoelterhoff@cis.hagen-nrw.de   
Stellvertretung: Dieter Fraune, Tel. 02333/89126, dieter_fraune@cis.hagen-nrw.de